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Ausweitung Meisterbrief soll 2020 kommen Poschmann: „Verbraucherschutz und qualitätsvolle Ausbildung sind gute Gründe für Reform“

„Die Rückkehr zum Meisterbrief in einigen Handwerksberufen rückt in greifbare Nähe“, meldet die Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann. Um das Inkrafttreten Anfang Januar 2020 zu ermöglichen, soll dem Bundestag im kommenden Herbst ein entsprechender Gesetzentwurf zur Beratung vorliegen. Dies sieht ein gestern beschlossenes Eckpunktepapier der neunköpfigen „Arbeitsgruppe Meisterbrief“ vor, der Poschmann als Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für Mittelstand und Handwerk angehört.

„Wichtig ist uns, dass die betroffenen Gewerke und die Sozialpartner vom Bundeswirtschaftsministerium eingebunden werden und die Möglichkeit für eine Stellungnahme erhalten“, sagt die Dortmunderin. „Eine Ausweitung der Meisterpflicht muss rechtssicher und gut begründet sein. Daher müssen nun alle Daten und Fakten auf den Tisch“, betont Poschmann. Gründe für die Rückkehr des Meisterbriefes könnten beispielsweise der Verbraucherschutz und die Sicherstellung einer qualifizierten Aus- und Fortbildung sein. Aber auch Ziele wie der Erhalt kleinbetrieblicher Strukturen oder Kulturgüterschutz würden geprüft.

Mit der im Koalitionsvertrag vereinbarten Reform soll die Meisterpflicht im Handwerk gestärkt werden. Sie war 2004 in 53 von 94 Berufen abgeschafft worden – was in einigen Branchen unter anderem zur Verringerung der Qualität und zu einem Rückgang der Ausbildungszahlen geführt hat. Allein in Dortmund mit 33.000 Beschäftigten im Handwerk arbeite inzwischen jeder vierte Betrieb in einem zulassungsfreien Gewerk – 1060 von insgesamt 4215 Betrieben, so Poschmann. Deswegen solle es auch einen Bestandsschutz für bestehende Betriebe ohne Meisterbrief geben.